Wundermittel Hanföl – Darmentzündung durch CBD therapierbar?

Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa sind sogenannte “CEDs” (chronisch entzündliche Darmerkrankungen), gegen die es bislang keine Heilung gibt. Darmentzündungen wie diese schädigen nicht nur den Darm, sondern haben oft auch negative Einflüsse auf den Alltag. Medikamente lindern Symptome und sollen verhindern, dass Entzündungsbotenstoffe überhandnehmen. Wir wissen bereits, dass Hanföl entzündungshemmende Eigenschaften hat. Lässt sich die Wirkung von CBD auch auf Darmentzündungen übertragen? Alles, was Du darüber wissen musst, haben wir für Dich zusammengefasst.

Entstehung von Darmentzündungen – welche Rolle spielen Cannabinoid-Rezeptoren?

Bis heute ist nicht gänzlich geklärt, warum Darmentzündungen wie Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa überhaupt auftreten. Sie werden zu den Autoimmunerkrankungen gezählt, ganz sicher ist sich die Wissenschaft diesbezüglich aber nicht. Die Max-Planck-Gesellschaft veröffentlichte eine interessante Untersuchung, aus der hervorging, dass Mäuse ohne Cannabinoid-Rezeptor deutlich häufiger unter entzündlichen Darmerkrankungen leiden. Ob das auf den Menschen übertragbar ist, lässt sich bis dato nicht belegen. Im Mausmodell stellte sich während der Untersuchungen heraus, dass der Darm bei einem fehlenden CB1-Rezeptor deutlich stärker mit Entzündungen reagierte. Die Schlussfolgerung der Wissenschaftler war, dass das körpereigene Endocannabinoid-System eine wichtige Rolle bei der Gesunderhaltung des Darms spielt.

Die Mäuse erhielten während der Studie ein THC-ähnliche Substanz und die Symptome reduzierten sich. Gehen wir nun davon aus, dass das Fehlen der Cannabinoid-Rezeptoren oder die mindere Ansprache Darmentzündungen auslöst, erklärt sich das positive Feedback zu CBD.

Symptome und Behandlung – wenn der Verdauungstrakt nicht funktioniert

Die Beschwerden bei Entzündungen im Darm sind vielfältig. Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa sind zwei völlig unterschiedliche Erkrankungen, die jedoch in ihrer Symptomatik Übereinstimmungen zeigen. Der größte Unterschied ist, dass bei Ulcerosa nur der Dickdarm betroffen ist, während Crohn von der Mundschleimhaut bis zum After auftreten kann.

Eine Diagnostik ist ratsam, wenn nachfolgende Verdauungsbeschwerden chronisch auftreten:

  • Durchfall (wässrig, blutig, unabhängig vom essen)
  • Schwächegefühl im ganzen Körper
  • Schmerzen (insbesondere im Dickdarmbereich)
  • Übelkeit und Erbrechen (bei Morbus Crohn)
  • Gewichtsverlust
  • Krampfartige Bauchschmerzen mit Blähungen
  • Vitamin-D-Mangel

Im Zuge einer Darmspiegelung findet der Arzt heraus, ob Schmerzen und andere Symptome auf eine chronisch entzündliche Darmerkrankung zurückzuführen sind. Lassen sich histologisch keine Entzündungszeichen finden, kommt das Reizdarmsyndrom als Differenzialdiagnose in Betracht. Es tritt häufig bei Stress und ungesunder Ernährung auf, belastet den Magen-Darm-Trakt aber nicht sichtbar. Die Schleimhaut ist intakt, obwohl die Lebensqualität der Betroffenen eingeschränkt ist und die Symptome stark sind.

Hanföl gegen Darmentzündungen – so könnte es wirken

Die Behandlung von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen erfolgt mit starken Medikamenten. Ziel der Therapie ist es, die körpereigene Abwehr zu unterdrücken und so die Angriffe des Immunsystems auf die eigene Darmschleimhaut zu reduzieren. Die Nebenwirkungen sind oft stark, allerdings gibt es derzeit keine andere Möglichkeit, die Folgen einer chronischen Darmentzündung einzudämmen. Unbehandelt würden Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa dazu führen, dass die Darmschleimhaut nach und nach zerstört wird. Während sich Ulcerosa auf den Dickdarm und die oberste Schleimhautschicht beschränkt, betrifft Morbus Crohn alle Schichten und selbst Darmdurchbrüche sind möglich.

Die Bedrohlichkeit der beiden Erkrankungen macht klar, dass Hanföl niemals das einzige Mittel zur Behandlung sein kann. Zeigt es aber eine effektive Wirkung, wäre es eine nennenswerte Ergänzung in der Behandlung. Seit 2017 wird Cannabis bei medizinischer Indikation durch Ärzte verordnet. Austherapierte Darmentzündungen sind ein Indikator für eine Rezeptausstellung. Der Nachteil bei klassischem Cannabis ist aber die psychoaktive Wirkung und hier kommt CBD-Öl ins Spiel.

Bekannt ist, dass CBD-Öl schmerzlindernd, entzündungshemmend und beruhigend wirken soll. Durch den hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren wird außerdem ein gesundes Darm-Mikrobiom gefördert. Die Qualität der Hanfprodukte spielen dabei eine wichtige Rolle, Erfahrungsberichten zufolge sind vor allem Vollspektrum-Öle von Bedeutung.

Wissenschaftlicher Ansatz – Cannabinoide als Hoffnungsträger für Patienten

Forscher aus aller Welt haben die Bedeutung von Hanfsamenöl längst erkannt und untersuchen, wie entsprechende Produkte bei entzündlichen Darmerkrankungen wirken. In einer Studie wurden Patienten mit Colitis Ulcerosa untersucht und mittels CBD-Hanföl behandelt. Im praktischen Versuch reduzierten sich Signalmoleküle, die für die Ausbreitung von Entzündungen verantwortlich sind. In einer anderen Studie wurde klar, dass sich CBD an die A2-Rezeptoren bindet, die wiederum für eine Reduktion von Entzündungszeichen verantwortlich sind. Es gibt somit verschiedene Ansätze, die die Wirkungen von CBD bei einer Darmentzündung erklären können.

Für mehr Lebensqualität – CBD-Öl als Hilfsmittel gegen Schmerzen

Starke Schmerzen beeinflussen das Wohlbefinden von Crohn- und Ulcerosa-Betroffenen deutlich. Cannabinoide wie CBD wirken schmerzlindernd, was bereits zahlreiche wissenschaftliche Artikel belegen konnten. Durch seine stimulierende Wirkung auf die Cannabinoid-Rezeptoren im Körper, regt CBD die Bildung von schmerzregulierenden Botenstoffen an. Hanföl wirkt folglich nicht als direktes Schmerzmittel, sondern unterstützt den Körper selbst bei der Bekämpfung der Symptome.

Gesunde Darmflora durch Hanföl – das Mikrobiom scheint zu profitieren

Es gibt klare Hinweise darauf, dass bestimmte Lebensmittel Entzündungsschübe bei Morbus Crohn fördern können. Zucker- und kohlenhydrathaltige Kost führen zum Anstieg der unerwünschten Darmbakterien und gleichzeitig zum Verlust von guten Bakterien. Bei einer Studie mit Mäusen kam heraus, dass CBD einen positiven Einfluss auf das Darm-Mikrobiom haben kann. Ob sich der Effekt bei Hanfsamenöl auf Menschen übertragen lässt, ist bislang unklar. Viele CED-Patienten setzen allerdings im Zuge ihrer Behandlung auf ein hochwertiges Bio-Hanföl und beschreiben die Wirkungen als sehr positiv.

Cannabispflanze als Hilfsmittel bei chronischen Darmerkrankungen – das Fazit
Der Darm gilt als der Sitz unserer Gesundheit. Ist die Verdauung aus dem Takt, kann das Auswirkungen auf das körperliche Wohlbefinden haben. Die meisten chronischen Darmerkrankungen (Reizdarm, Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa) haben gemeinsam, dass Betroffene nicht wissen, woher ihre Beschwerden kommen. Oft dauert es Jahre, bis eine exakte Diagnose im Darmbereich gestellt wird, eine große Belastung für die Betroffenen. Die Gesundheit ist stark eingeschränkt, vor allem bei Morbus Crohn kommt es parallel nicht selten zu Magengeschwüren, Fisteln und Abszessen.

Die bislang in Studien und Erfahrungsberichten geschilderten, positiven Effekte von CBD machen Hoffnung. Selbst wenn das Cannabinoid nicht in der Lage ist, die Erkrankung zu heilen, soll es jedoch effektiv Schmerzen lindern. Seine entzündungshemmende Wirkung könnte außerdem dazu beitragen, dass Patienten länger in der Remission (entzündungsfreie Zeit) bleiben. Es ist davon auszugehen, dass es in den nächsten Jahren weitere Studien diesbezüglich geben wird.
Wichtig ist, dass ein CBD-Produkt zwar unterstützend hilfreich sein kann, es das Leben aber nicht von Grund auf verändert. CBD ist kein Ersatz für die medikamentöse Therapie von Darmentzündungen, es könnte aber eine Unterstützung sein. Durch die Wirkung auf die CB1-Cannabinoid-Rezeptoren wäre es denkbar, dass Betroffene durch den Wirkstoff der Hanfpflanze ihre Therapie bereichern können.
In vielen Bereichen sind Ärzte der modernen CBD-Forschung gegenüber offen eingestellt. Stellenweise empfehlen Mediziner sogar Hanföle, da sie an die Selbstheilungskräfte des Körpers glauben. Hanf wird seit Jahrtausenden eingesetzt und gilt bei vielen Naturvölkern als Heilmittel. Das ist es nicht, es ist aber im Vergleich zu vielen anderen Substanzen und Naturprodukten ein gut erforschtes Produkt, für dessen Einnahme es gute Gründe gibt.

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