Cannabis Social Club – was erwartet uns mit der Legalisierung von THC?

Im Jahr 2024 soll Cannabis in Deutschland erstmals legalisiert werden. Cannabis Social Clubs gibt es schon länger. Sie kämpften in der Vergangenheit aktiv für die Legalisierung, könnten künftig aber eine neue Rolle einnehmen. Die Bundesregierung sieht vor, dass die Clubs Cannabis anbauen und in der zulässigen Höchstmenge unter den Mitgliedern verteilen dürfen. Mittlerweile sprechen wir nicht mehr vom CSC, wenn es um die Legalisierung geht. Da der Konsum in den Clubs nicht erlaubt sein soll, wird nun von einer Anbauvereinigung gesprochen.

Was ist ein Cannabis Social Club?

Der Cannabis Social Club ist ein Kooperativ ohne Gewinnorientierung, in dem Cannabis angebaut und geteilt wird. Die Clubs sind nicht mit Coffeeshops zu vergleichen, denn die angebauten THC-Produkte sind nur für Mitglieder zugänglich. Gegründet wird der CSC mit der Absicht, THC in legalem und vernünftigem Rahmen zu nutzen und gleichzeitig die Schäden der Legalisierung zu reduzieren.

Zu den Vorteilen eines solchen Clubs soll gehören, dass Du hier im Monatstarif bezahlst. Du entrichtest Deinen Beitrag für die Clubmitgliedschaft und hast dadurch Zugang zum gemeinsam angebauten Cannabis. Preislich sollen die Clubs bei ca. 50 % des Straßenpreises liegen, sodass Du für Dein THC deutlich weniger ausgibst, aber reine und kontrollierte Produkte erhältst.

Das Konzept ist übrigens keine deutsche Erfindung, Cannabis Social Clubs gibt es bereits in zahlreichen Ländern wie Großbritannien, Belgien, Sizilien und Uruguay.

Wie ist eine Mitgliedschaft in Cannabis Clubs möglich?

Um Mitglied in einem Cannabis Club zu werden, musst Du mindestens 18 Jahre alt sein und Deinen Lebensmittelpunkt in Deutschland haben. Bist Du unter 21 Jahre alt, gelten für Dich besondere Vorschriften. Die maximale Abgabemenge von THC soll auf 25 Gramm jeden Monat reduziert werden, außerdem plant die Regierung eine Obergrenze des THC-Gehalts für Heranwachsende.

Die Vorteile der Cannabis Social Clubs:

Als die Regierung von der Cannabislegalisierung sprach, stellten sich die Menschen unterschiedliche Konzepte vor. Lange schwebte das Bild der niederländischen Coffeeshops vor dem inneren Auge, heute ist klar, dass es die in Deutschland so schnell nicht geben wird. Jeder Interessent soll aber die Möglichkeit bekommen, zuhause bis zu drei Pflanzen anzubauen und somit selbst zu ernten. Wer ohne Erfahrung an das Projekt geht, setzt seine Samen schnell buchstäblich in den Sand. Im Cannabis Social Club treffen Grower und Konsumenten auf Gleichgesinnte, mit denen sie Informationen austauschen und gemeinsam anbauen können.

Darüber hinaus dürfen die Clubs Samen und Stecklinge an ihre Mitglieder abgeben, damit diese zuhause züchten können. Im Monat erhältst Du als Mitglied über 21 Jahre bis zu 50 Gramm Cannabis für den Eigengebrauch. Ein Weiterverkauf ist nicht zulässig und kann mächtig Ärger mit sich bringen.

Der größte Vorteil des Cannabis Social Clubs ist der Zusammenschluss mit anderen Mitgliedern. Die Cannabis Community ist breiter gefächert als viele Menschen glauben. Der gemeinsame Austausch, die Umsetzung von Projekten und natürlich das Thema Geselligkeit spielen hier eine Rolle.

Welche Auswirkungen haben die neuen Cannabisgesetze für den CSC?

Ein Cannabisclub ist kein rechtsfreier Raum. Es gibt klare Vorschriften und Gesetze, die einzuhalten sind. Bei Fehlverhalten ist die Schließung möglich. Hier eine kleine Übersicht, welchen Vorschriften Cannabis Social Clubs unterliegen:

  • Jeder Club darf höchstens 500 Mitglieder haben.
  • Das produzierte Cannabis darf nicht an Dritte ohne Clubmitgliedschaft abgegeben werden.
  • Die Anbaumenge ist auf den clubinternen Bedarf beschränkt. Clubs mit weniger Mitgliedern dürfen nur geringere Mengen anbauen.
  • Ob ein Club genehmigt wird, kann an der Bevölkerungsdichte festgemacht werden.
  • Es drohen Bußgelder, Geldstrafen und Freiheitsstrafen, wenn die Auflagen des Clubs nicht eingehalten werden.
  • Innerhalb des Clubs darf nicht konsumiert werden.
  • Alkohol-, Tabak- und Genussmittelkonsum und Ausgabe ist in Cannabis Clubs ebenfalls verboten.
  • Jugendschutzmaßnahmen sind strikt und jederzeit einzuhalten.

Ist die legale Cannabisnutzung nur im Social Club möglich?

Der Konsum von Cannabis im Cannabis Social Club wird in Deutschland verboten sein. Die Nutzung selbst ist somit nur außerhalb des Clubs zulässig. Du darfst Zuhause anbauen, musst dabei aber die Vorgaben von maximal drei Pflanzen mit bis zu 50 Gramm (Monat) einhalten. Der Nachteil am Eigenanbau ist, dass Du eine höhere Ernte prinzipiell vernichten müsstest, da Du sie weder weitergeben aufheben noch benutzen darfst.

Kann jeder selbst einen Cannabis Social Club gründen?

Die bisherigen Pläne der Bundesregierung sehen vor, dass jeder volljährige Bürger aus Deutschland einen Cannabis Social Club gründen kann. Zuvor wird vermutlich eine Prüfung Deiner Person erfolgen, Vorstrafen im Bereich des BTMG könnten problematisch werden. Hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Du Deinen eigenen Cannabis Social Club in Deutschland gründest:

Damit Dein Verein rechtsfähig wird, musst Du ihn mit sieben Mitgliedern zusammen gründen. Hast Du diese noch nicht zusammen, bleibt Dein Verein anfangs rechtsunfähig und muss später von Dir eingetragen werden.

Zur Eintragung ins Vereinsregister benötigst Du eine Vereinssatzung, die alle Mitglieder (mindestens sieben) unterschrieben haben. Der Satzung muss entnehmbar sein, wer der Vorstand ist und welche Regeln für dessen Wahl gelten.

Die Vorstandswahl muss demokratisch ablaufen. Denke daran, dass der Vorstand bei Verstößen haftet, nicht die Mitglieder. Ihr könnt den Vorstand an eine einzelne Person übertragen oder an mehrere.

Beantragt die Einstufung als gemeinnütziger Verein, denn nur so gibt es die Möglichkeit, steuerliche Vorzüge zu nutzen. Der Verein benötigt ein eigenes Konto und muss seine Buchführung nachweisen.

Sind all die Schritte erledigt, lässt der Vorstand den Verein ins Vereinsregister eintragen.

Welche Gesetze gelten für den CSC in Deutschland?

Hast Du Deinen eigenen Cannabis Social Club gegründet, gelten klare Vorschriften. Anbau und Weitergabe von Cannabis ist außerhalb der Mitglieder des Vereins tabu, außerdem darfst Du keine Gewinne erwirtschaften.

Dein Verein benötigt einen Sucht-, Präventions- und Jugendbeauftragten, der sich mit staatlichen Beratungseinrichtungen auskennt und mit ihnen in Kontakt steht.

Um auf der sicheren Seite zu sein ist es wichtig, dass sämtliche Abgaben von Cannabis, die vorhandenen Pflanzen und der Qualitätsstatus dokumentiert werden. Du musst immer mit einer behördlichen Kontrolle rechnen und solltest dann eine lückenlose Dokumentation nachweisen können.

Tipp: Mit einem Cannabis Social Club hast Du einen gemeinnützigen Verein gegründet, für den Du keine Werbung machen und gewinnorientiert arbeiten darfst. Verkaufe in den Räumlichkeiten auch keinen Kuchen, Softdrinks und Snacks – man könnte Dir von Behördenseite Bereicherungsabsichten unterstellen.

Fazit: Cannabis Social Clubs als wichtige Einrichtung in Deutschland

Niemand weiß bislang, wie die Legalisierung hierzulande wirklich funktionieren wird. Die Cannabis Social Clubs werden aber eine große Rolle spielen, denn sie ermächtigen die Mitglieder zum Besitz und Konsum von Marihuana. Du kannst Dich bereits heute in Clubs anmelden und auf die Warteliste setzen lassen, selbst wenn die Regelungen in Deutschland noch nicht aktiv sind. Lediglich bis zur ersten Cannabislieferung wirst Du noch etwas warten müssen.

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